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Notizia

Die Crew vor Kap Hoorn

SY Al Fin vor Kap Hoorn - Saison 2021-22

Al Fin bereit für Kap Horn

Die Segelyacht Al Fin ist in Puerto Williams angekommen und bereit für die Reisen zum Kap Horn! Bei der 1230sm langen Überführung vom bisherigen Heimathafen Puerto Montt bewies die Yacht erneut ihre hervorragenden Eigenschaften für Törns in dieser entlegenen Region. Dabei sind die Kanäle und Fjorde im Süden Chiles kaum weniger anspruchsvoll als der Beagle Kanal selbst.  Zudem gibt es auf der Strecke mit dem kleinen Ort Puerto Edén nur einen einzigen Versorgungshafen. 
 
Vor dem Ablegen am 6.11. wurde die Yacht daher sorgfältig auf die neue Aufgabe vorbereitet. Die Al Fin bekam unter anderem eine neue, robustere Genua, eine zusätzliche Batterie, einen neuen Watermaker  und eine zweite Heizung. Iridium ist jetzt ebenfalls an Bord, um jederzeit aktuelle Wetterdaten einzuholen.
 
Wie wichtig aktuelle Wetterdaten und die langjährige lokale Erfahrung in der Interpretation der Wetterinformationen für eine erfolgreiche Navigation sind, verdeutlicht ein Vorfall unterwegs. Während...

Zu Corona-Zeiten im Roten Meer

Gemeinsam mit drei anderen Yachten und einem sehr mulmigen Gefühl haben wir uns Ende März in Dschibuti auf den Weg gemacht, Kurs Nord durch das Rote Meer. Es folgten aufregende, anstrengende, außergewöhnliche, intensive und nicht zu vergessende Wochen. Pläne änderten sich täglich, das Wetter auch. Nordwind, Nordwind und immer wieder Nordwind galt es abzuwarten – in Ankerbuchten in Eritrea, im Sudan und in Ägypten. Da inzwischen auch im Mittelmeer alle Grenzen zu waren, entschieden wir uns, uns Zeit zu lassen. Nicht gegen den Wind anzumotoren, wie es viele Segler im Roten Meer tun, sondern auf den passenden Wind zu warten. So verbrauchten wir nicht unnötig Diesel, von dem wir nicht wussten, wann und wo wir neuen bekommen konnten. In keines der Länder durften wir offiziell einreisen, alle Grenzen waren dicht, alle Häfen geschlossen. Wie die Pest-Schiffe damals waren wir unterwegs. Niemand wollte uns, nirgendwo durften wir bleiben. So begleitete uns immer die Sorge, ob...

Wenn aus Träumen Albträume werden

Dschibuti: Wir sind in Kontakt mit vielen Segler/innen in aller Welt, die wir im Laufe der Jahre kennengelernt haben. Mehr als eine/r ist zur Zeit völlig verzweifelt. Die Informationen über verhängte Einreisestopps und geschlossene Häfen ändern sich täglich – und nicht zum Besten. Das Corona-Virus macht die internationaler Seglergemeinschaft zu einer Gruppe nicht gewollter Aussätziger, für die sich momentan niemand zuständig fühlt und die selbst nicht wissen, wohin. Innerhalb von einer Woche hat sich bei den meisten das traumhafte Bord-Leben in einen Albtraum verwandelt.

Facebook-Gruppen wie die zum Roten Meer, in der es eigentlich um aktuelle Piraten-Warnungen geht, werden nun für Corona-Segel-Infos genutzt. In welche Häfen kann man noch einlaufen? Wo gibt es noch Lebensmittel oder Wasser und Diesel?

Gute Freunde sitzen mit ihrer Yacht auf den Malediven fest. Der Skipper schreibt etwas sarkastisch: Wer hätte gedacht, dass mein Hobby, das Speerfischen, plötzlich zu...

Über Indien nach Dschibuti

Vor der Küste Somalias gibt es nach wie vor Piraten, das steht außer Frage. Nicht ohne Grund warnt das Piraterie-Präventionszentrum der Bundespolizei Segelyachten davor, diese Route zu wählen. Alles andere wäre auch völlig falsch.

Es ist allerdings auch eine Tatsache, dass die Piraten-Aktivitäten durch die vor Ort operierenden internationalen Antipiraterie-Streitkräfte wesentlich eingeschränkt wurden und dass Frachter und Öltanker für verbleibende Piraten scheinbar wesentlich attraktiver sind als kleine Segelyachten. Nachdem wir die Situation seit Monaten beobachtet und uns ausführlich an vielen Stellen informiert haben, wagen wir die Fahrt durch den Golf von Aden.

Mit einem kurzen Zwischenstopp in Cochin in Indien nehmen wir die längste – und gefährlichste – Etappe in Angriff, die wir jemals mit der Polarwind an einem Stück gesegelt sind: 2000 Seemeilen.

Die Seetage sind eintönig, aber nicht langweilig. Wind haben wir eher wenig, aber das wussten wir vorher. Ist doch dieser...

Sri Lanka

Aus Thailand kamen wir dann doch nicht ganz so flott weg. Ein Problem mit Batterien und Solapanelen ließ uns einen mehrtägigen Reparaturstopp in Phuket einlegen – besser noch dort, wo es alle Ersatzteile gibt, als in den nächsten Ländern, in die wir kommen werden. Die ca. 1000 Seemeilen nach Sri Lanka waren dafür dann aber regelrecht erholsam. Die Windvorhersage war zunächst ziemlich mau, trotzdem machten wir uns auf den Weg und hofften, die meist windschwache Zone vor der Westküste Thailands möglichst bald hinter uns zu lassen. Am dritten Tag kam er dann auch endlich, der langersehnte Nord-Ost-Monsum, und bescherte uns mit seiner konstanten Windrichtung und ca. 15 Knoten sehr entspannte Segeltage.
Sri Lanka gefiel uns vom ersten Moment gut. Die Yacht lag, entgegen anderer zunächst gehörten Meinungen, sicher im Hafen von Galle, so dass wir die Stadt erkunden und sogar eine mehrtägige Tour zu den Teeplantagen in den Bergen machen konnten. Unglaublich, was man über Tee...

Thailand

Die Inselwelt der Andamanensee ist das reinste Segelparadies. Zum Glück haben die thailändischen Behörden Verständnis und geben Yachten ein paar Tage Zeit, bevor sie sich in einem der Häfen auf Phuket oder dem Festland einfinden müssen, um offiziell einzuklarieren.
Wir verbringen wunderschöne Tage zwischen den Inseln. Bei mäßigen Winden segeln wir von Inseln zu Insel. Fast täglich wechseln wir den Ankerplatz und entdecken tolle Buchten. Bsonders beeindruckend ist die Insel Ko Muk, auf der man durch eine lange Höhle zu einem kleinen Strand kommt, ein echtes Piratennest aus früheren Zeiten.
Da Hauptreise- und Segelzeit in Thailand ist, versuchen wir dem Rummel so weit wie möglich zu entgehen und klarieren in Krabi auf dem Festland ein. Dort sind die Behördengänge schnell und unkompliziert. Wir erkunden einige Orte in der Nähe, finden leckeres und günstiges Essen, tolle Märkte und freundliche Menschen. An einem Tag besuchen wir den „Tiger Cave Temple“, wo wir im...

Malaysia

Durch die Straße von Malakka geht es nordwärts. Erster Stopp ist die alte Hafenstadt. Malakka, die seit 2008 UNESCO Weltkulturerbe ist. Von Chinesen als Umschlagplatz für Gewürze gegründet, war die Stadt später unter portugiesischer, dann holländischer Herrschaft und gehörte bis zur Unabhängigkeit - wie die gesamte malaische Halbinsel - zum britischen Kolonialreich. Alle haben ihre Spuren hinterlassen, das ehemalige Rathaus heißt bis heute „Stadthuys“. Auf der anderen Seite des kleinen Flusses liegt China Town, wo Chinesen portugiesische Törtchen und Malaien chinesisches Eis verkaufen.
Es ist nur ein Katzensprung nach Port Dickson. Wo wir uns dem Alltagsgeschäft widmen. Auch wenn es an der malaiischen und thailändischen Küste mehr Wind gibt als in Indonesien nutzen wir die niedrigen Preise – ein Liter Diesel kostet gerade mal 0,50 € – und füllen die Tanks. Dort lernen wir Sivan, einen hilfsbereiten Taxifahrer indischer Abstammung kennen, mit dem wir uns...

Singapore

Um in Singapur anzukommen, müssen wir einmal quer über die Singapur Strait, eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt. Die Riesenfrachter sind natürlich alle viel schneller als wir. Vom Gefühl her ist es ungefähr so, als wollte man eine deutsche Autobahn am Freitagnachmittag zu Fuß überqueren. Aber Singapur ist nun mal Singapur und so wie alles in dieser Stadt ist auch der Schiffsverkehr unglaublich gut organisiert. 
Man braucht einen Agenten, um mit dem eigenen Schiff in Singapur anzukommen. So haben wir also den ganzen Papierkram schon vor Tagen mit ihm geregelt und genaue Anweisungen bekommen, wo wir wann zu sein haben und v.a. auch bei wem wir uns wie und wo per Funk melden müssen. Frohen Mutes stürzen wir uns ins Getümmel, geben brav den passenden Funkspruch ab, als wir die Hauptverkehrswege – auf denen es sogar eine Linksabbiegerspur gibt (!) – queren, werden per Funk um die größten Frachter herumgeleitet und sind pünktlich an der verabredeten...

Indonesien

Die Polarwind ist in Asien! Nach dem recht aufwändigen Einklarieren in Kupang, einer Stadt ganz ohne Tourismus auf Timor, verbringen wir eine wunderschöne Zeit im Komodo-Nationalpark. Einsame Ankerbuchten, Affen am Ufer, ein Wal direkt vorm Schiff und natürlich die berühmten Komodo-Warane bescheren uns unvergessliche Tage.

Mit wenig Wind, viel Strömung und sehr vielen Fischerbooten, die aus dem Nichts auftauchen und weder auf AIS noch Radar zu sehen sind, segeln wir mit einigen Ankerstopps, um Strömung oder die Nacht abzuwarten, Richtung Westen. Die von Segler/innen am meisten gefürchteten Hindernisse in Indonesien sind die „fish attracting devices“, kuriose aus Bambus gebaute Flöße, an denen Fischernetze angebracht sind. In der Dunkelheit hat man keine Chance, sie zu sehen.

Unvergessliche Tage verbringen wir auf Lombok und Bali und machen uns dann, bevor der Nordost-Monsum einsetzt, auf den Weg nach Norden. Nach einem Stopp auf der Insel Bawean mitten in der Java-See geht es...